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Warum Kieferorthopädie

Aus ganzheitlicher Sicht betrachtet können bis zu 80 Prozent der Kieferfehlstellungen als erworben gelten. Neben unseren modernen Essgewohnheiten mit vielen gekochten und damit weichen Speisen kann eine Reihe von inneren und äußeren Faktoren die Dynamik der aufeinander abgestimmten inneren Kräfte stören. Da diese Kräfte an allen Wachstums- und Entwicklungsprozessen beteiligt sind, beeinflussen sie auch maßgeblich die Kieferausformung und die Zahnstellung.

Neben den erblichen Faktoren sind dies die Lage im Mutterleib, der Geburtsvorgang, Umwelt und Milieu, Mundfunktionen, Körperbewegung und –haltung, Psyche, Ernährung, Atmung, Sprache, Erkrankungen und Unfälle.

Eine besondere Rolle kommt den Lutschgewohnheiten an Schnuller oder Daumen im Babyalter zu. Auch Karies, die zu einem frühzeitigen Verlust der Milchzähne führt, hat erheblichen Einfluss, da den nachwachsenden Zähnen die Orientierungspunkte oder der Platz fehlt.

Umwelteinflüsse zeigen Ihre Auswirkungen

Umwelteinflüsse wie eine Kindheit in einem Raucherhaushalt kann sich auswirken, wenn ein Kind beispielsweise häufiger erkältet ist. Ist die Nase nicht frei, hilft sich das Kind durch eine Mundatmung, die dann wiederum zu einem typischen Mundatmer-Gebiss führen kann, bei dem die volle Ausbildung des Oberkiefers durch die tiefe Zungenlage gehemmt wird.

Bewegungsmangel kann durch eine schwach ausgebildete Muskulatur gleichen Effekt haben, da die sogenannte muskuläre Hypotonie nicht nur den Körper sondern auch die Gesichtsmuskulatur und Mimik erschlaffen lässt. Oft geht eine schlaffe Körperhaltung mit einer kraftlosen oder gebremsten inneren psychischen Haltung einher. Die Redensart „Keinen Biss haben“ bringt diesen Zusammenhang gut auf den Punkt.

Wie bedeutend ist unser Mundraum?

Es dringt erst langsam ins allgemeine Bewusstsein vor, dass der Mundraum mit den Wangen, Kiefern, Zähnen, dem Gaumen und der Zunge von immenser Bedeutung für unser Wohlbefinden ist. Dabei entsteht diese enge Verknüpfung von Mund und Gesamtorganismus bereits im Mutterleib. Mit der Geburt verstärkt sich der wechselseitige Einfluss. Betroffen sind vielfältige Entwicklungsvorgänge wie Kommunikation, Sprache, Hand-Mund-Koordination, psychische Verarbeitung von Eindrücken sowie all unsere Grundfunktionen wie Atmung, Stoffwechsel, Abwehr, Verdauung, Bewegung und Haltung.

Forschungen von W. Balters aus den 1950er Jahren dokumentierten erstmals die enge Verflechtung bestimmter Entwicklungsstörungen oder körperlicher Beschwerden mit Zahnfehlstellungen. Diese legten die Grundlage der ganzheitlichen Zahnheilkunde und insbesondere der ganzheitlichen Kieferorthopädie. Nach Balters Erkenntnissen sind die Kiefer und Zähne als Teile eines Gesamtsystems zu verstehen, die einer andauernden Formgebung durch äußere und durch innere funktionelle Faktoren unterworfen sind.

Kieferfehlstellungen und Anomalien sind nach dieser Lehre keine Krankheiten, die man isoliert diagnostizieren und behandeln kann. Vielmehr sind sie Auslöser, Mittel- oder Endglied in einer Verkettung mehr oder weniger stark ausgeprägter Störungen des gesamten Organismus.

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